Honorar

Das Honorar des Bausachverständigen ermittelt sich i.d.R. nach dem tatsächlichen Aufwand. Bei Gerichtsaufträgen erfolgt die Berechnung nach dem derzeit gültigen JVEG. Dieses regelt seit dem 1. Juli 2004 die Vergütung der vom Gericht beauftragten Sachverständigen. Der Sachverständige für Schäden an Gebäuden erhält demnach einen Stundensatz von 75 EUR, zuzüglich aller Nebenkosten (Fahrtkosten, Fotokopien, Porto usw.) sowie der gesetzlichen Mehrwertsteuer von z. Zt. 19%. Auf das Honorar des für ein Gericht tätigen Sachverständigen ist grundsätzlich ein Vorschuss an das Gericht zu leisten.

Mit der Novellierung des JVEG zum 11.10.2016 erhält der Sachverständige im Bauwesen einen Stundensatz zu Fragen der handwerklich-technischen Ausführung 70 EUR und zu Fragen der Planung beträgt der Vergütungssatz 80 EUR. Bei Fragen zu der Schadensfeststellung, -ursachenermittlung und -bewertung beträgt der Vergütungssatz 85 EUR. Bei Fragen zu Baustoffen beträgt der Vergütungssatz 90 EUR zuzüglich aller Nebenkosten (Fahrtkosten, Fotokopien, Porto usw.) sowie der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Der Sachverständige für die Bewertung von Immobilien erhält einen Stundensatz von 90 EUR und im Fall einer Bewertung von Mieten und Pachten erhält dieser 110 EUR zzgl. Nebenkosten und der gesetzl. Mehrwertsteuer.

Privatgutachten werden ebenfalls nach Stundenaufwand abgerechnet. Der übliche Stundensatz liegt bei 100 EUR bis 165 EUR. Hinzu kommen die Nebenkosten, welche entweder einzeln berechnet werden (ähnlich bei Gerichtsgutachten) oder mit einem festen Prozentsatz hinzugerechnet werden. Auch beim Privatauftrag muss der Sachverständige die gesetzliche Mehrwertsteuer zusätzlich in Rechnung stellen. Bitte informieren Sie sich vor der Auftragserteilung bei Ihrem Bausachverständigen, welchen Stundensatz er zugrunde legt. I.d.R. ist bei der Beauftragung ein Kostenvorschuss zu entrichten, welcher sich an dem voraussichtlichen Aufwand der Sachverständigentätigkeit orientiert.

Bei Schiedsgutachten wird der Vorschuss von jeder Partei eingezahlt. Diese Vereinbarungen werden individuell zwischen den Beteiligten geregelt.

Wenn Sie eine Wertermittlung beauftragen, richtete sich das Honorar bis zum 17.08.2009 nach der HOAI 1996 (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Dort waren im § 34 HOAI die Honorare, abhängig vom Gebäudewert, geregelt. Mit dem 18.08.2009 ist die neue HOAI 2009 in Kraft getreten und der §34 HOAI ist ersatzlos entfallen. Somit analog zum Fachbereich Schäden an Gebäuden nunmehr Gleiches für den Fachbereich Wertermittlung von unbebauten und bebauten Grundstücken gilt. Ihr Sachverständiger berät Sie dazu gern.

Die Baukammer Berlin hat im Juni 2017 ein Merkblatt 07 zu angemessenen Stundensätzen Ingenieurtechnischer Leistungen herausgeben.

Die dort für Inhaber und Projektleiter genannten Stundensätze können wegen der ähnlichen Geschäftsstrukturen und den damit verbundenen Gemeinkosten auch auf das Sachverständigenwesen übertragen und angewendet werden.

Stand: März  2019